Ausbildungsmarketing für k(l)ein(es) Geld: 10 Tipps für KMU’s

Kleinstbetriebe, kleine und mittlere Unternehmen stehen heute ebenfalls vor der großen Herausforderung Schulabgänger für ihr Unternehmen zu begeistern. Sie bieten zusammengefasst die meisten Lehrstellen an, haben meist jedoch wenig Budget und keine Personen, die sich ausschließlich für Personalmarketing und Employer-Branding beschäftigten.

Bei der nachfolgenden Liste ergänzen sich Punkte untereinander und ergeben so ein gutes Gesamtbild für das Ausbildungsmarketing.

  1.  Firmenwebsite
    Wie schnell findet man Ihren Karrierebereich auf der Firmenseite? Auf der Startseite sollte der Bereich sofort zu erkennen sein. Bei kleinen Firmenwebsite ist meist genügend Platz, die Navigation um einen Punkt hinzufügen.
    Sollten Sie noch keinen Karrierebereich besitzen, sollten Sie dieses schnellstmöglich ändern. Wenn sich ein Bewerber auf Ihrer Seite durch Autowerbung, Google oder über andere Quellen zu Ihnen verirrt, wäre es doch schlimm, wenn er keine Infos findet?!
    In den Bereich gehören: Infos zur den Berufen, Bewerbungsmöglichkeiten, Ansprechpartner, authentische Azubi-Meinungen.
    Hier gibt es bei fast jedem Unternehmen in Südtirol noch Handlungsbedarf. Nur die Hotellerie geht hier oft mit gutem Beispiel voran.
  2. Ausbildungsbörsen
    Agentur für Arbeit, Arbeitsamt, AMS, Berufsberatung, Kammern oder Verbände bieten Ihnen kostenfreie Einträge für Ihre Lehrlingsanzeigen. Die staatlichen Anbieter sind bekannt. Verzichten Sie auf Branchen-Spezial-Lehrstellenbörsen, die die Jugendlichen sowieso nicht finden oder kennen!
  3. Ausbildungs- und Lehrstellenportale
    Über 70% der Jugendlichen suchen ihre Informationen und Ausbildungsstellen im Internet. Das besagt die neue Studie von McDonalds. Klar, jeder Jugendliche hat ein Smartphone und kann sich die gewünschten Infos bequem suchen.
    Umso wichtiger, dass man bei der Suche nach „Ausbildung  Winterberg“ oder „Lehrstellen Bozen“ in seiner Region auftaucht.
    Haben Sie schon gegoogelt? Die ersten vier Einträge werden zu 90% geklickt.
    Sie werden feststellen, dass die ersten Treffer stets Portale sind und dass es nur mit teurer Google-Werbung gelingt, darüber zu stehen. Aber es geht auch anders!
    Schauen Sie sich die Anbieter an: Es gibt gute Anbieter, die deutlich unter 1.000 EUR liegen, Ihnen eine 12-monatige Präsenz anbieten und noch ein Partnernetzwerk besitzen, dass Ihre Ausbildungen auf vielen Seiten teilt – ohne Aufpreis.
  4. Eine Stellenanzeige mit „Wir bieten dir“, „Das lernst du“ und „Das bringst du mit“
    Einige fragen sich jetzt, warum das überhaupt als Tipp hier steht: Glückwunsch, Sie haben gute Arbeit geleistet!
    Für die anderen Leser: Bitte erstellen Sie ansprechende Stellenanzeigen, denn die Jugendlichen möchten gerne wissen, was Sie im Betrieb bieten. Ein Satz mit „Wir bieten regelmäßig Ausbildungsplätze zum Metallbauer an.“ gibt keine Infos und wirft mehr Fragen auf, als das es hilft.
    Ganz besonders in Südtirol bitte ich die Personaler mehr in dieser Hinsicht zu tun!
  5. Praktika anbieten
    Praktische Erfahrung helfen Jugendliche bei der Entscheidung, ob ein Beruf geeignet ist. Ob Schnuppertage, Schülerpraktika, freiwillige Praktika oder Ferienjobs: Wenn ein Schüler begeistert ist und einen guten Eindruck hinterlässt, könnten Sie Ihren nächsten Lehrling bereits gefunden haben! Klar, die Organisation kostet Zeit – aber lohnt sich ein „Praxistest“ nicht immer für beide Seiten?!
  6. Messen
    Nutzen Sie Berufsbildungsmessen, Lehrlingstage und Ausbildungsmessen um persönliche Kontakte zu Schülerinnen und Schüler zu knüpfen. Prüfen Sie, welche Messen mit Kosten verbunden sind. Bei vielen regionalen Messen sind kostenfreie Teilnahmen möglich, einige Veranstalter nehmen eine geringe Teilnahmegebühr.
    Binden Sie Azubis in die Standbesetzung ein. Sie kommunizieren mit den Schülern auf Augenhöhe und können ihre Begeisterung für die Ausbildung bei Ihnen authentisch übermitteln.
  7. Schulkooperationen
    Hier bieten sich viele Möglicheiten: Den Unterricht (Technik, Physik, Chemie, Werken) aktiv mitgestalten, ein Projekt in die Schule geben, eine Firmenpräsentation im Deutschunterricht sowie Bewerbertrainings und Workshops.
    Viele Schulen bieten in Zusammenarbeit mit anderen Organisatoren wie z.B. der Allianz Bewerbungstage oder ähnliche Veranstaltungen an, bei der sich Betriebe innerhalb einer Unterrichtsstunde vorstellen können.
  8. Flyer/Plakate
    Sollten Sie auf Messen vertreten sein, haben Sie sicherlich bereits Flyer. Als Kleinstbetrieb ist dieses jedoch ein besonderer Tipp:
    Haben Sie Schaufenster? Haben Sie eine Auslage? Haben Sie einen Laden? Bestens!
    Werben Sie mit einem Plakat, mit Handzettel, mit bedruckten Brötchentüten, …
    Und zur Krönung: Versprechen Sie bei Vermittlung durch Fremde (Empfehlungsmarketing) dem Gewinner etwas aus Ihrem Geschäft (3 Monate kostenfrei Sonntagsbrötchen, einen Gutschein, kostenfreien Eintritt für ein Jahr, einen Baum für den Garten, …)
  9. Trends beobachten
    Nicht jeder Trend im Ausbildungsmarketing ist teuer oder benötigt viele personelle Ressourcen. Hier heißt es: Einfach aufpassen und Ideen für sich weiterentwickeln, wenn sie umsetzbar scheinen.
  10. Printanzeigen – wenn es sein muss
    Falls noch Budget übrig ist, kann man sich über eine Printanzeige Gedanken machen: Richten Sie diese jedoch mehr an die Eltern, die Zeitung lesen und der Tochter oder dem Sohn die Anzeige vorlegen. Für die Zielgruppe sollten Sie sich an jüngere Medien wenden.

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