Ausbildungsmessen – Lohnt sich der Aufwand als Aussteller wirklich?

Du packst Give-aways, rollst das Roll-up ein, polierst den Stand auf Hochglanz und lädst die Azubis ein, um „ein bisschen was über die Ausbildung zu erzählen“. Klingt nach Ausbildungsmessen-Zeit? Genau!

Doch Hand aufs Herz: Lohnt sich die ganze Mühe wirklich?
Oder ist das Ganze eher ein Pflichttermin, bei dem man mit Traubenzuckern um Aufmerksamkeit kämpft?

In diesem Artikel schauen wir mal ganz entspannt auf die Rolle als Aussteller auf Ausbildungsmessen. Denn genau jetzt gibt es so einen kleinen Wendepunkt:
Mehr Schüler*innen kommen mit Smartphones statt Mappen. Es wird gescannt statt gesammelt. Und der Azubi-Stand wird langsam zum Mini-Recruiting-Center.


Präsenz zeigen – Warum überhaupt auf Messen?

Wer auf Ausbildungsmessen vertreten ist, sagt damit im Grunde:
? „Hallo! Uns gibt’s – und wir suchen dich.“

Gerade lokale und regionale Messen waren (und sind) ein super Weg, um mit potenziellen Bewerber*innen direkt ins Gespräch zu kommen. Das geht persönlicher als online, ist oft weniger steif als ein Vorstellungsgespräch und hilft dabei, erste Eindrücke auf beiden Seiten zu sammeln.

Im Idealfall:

  • Lernen Schüler*innen Berufe kennen, die sie vorher nicht mal buchstabieren konnten.
  • Betriebe entdecken Talente, die online nie aufgetaucht wären.
  • Azubis erzählen aus dem echten Alltag – und wirken glaubwürdiger als jeder Imagefilm.

Die Vorteile – Das läuft gut auf Messen

Persönlicher Kontakt
Gesichter, echte Stimmen, spontane Fragen – auf Messen kann man sich authentisch zeigen. Wer mit Sympathie punktet, bleibt hängen – oft länger als jede schicke Anzeige.

Zielgruppe am Start
Viele Messen richten sich gezielt an Schüler*innen der 8. bis 12. Klassen. Man erreicht also genau die Altersgruppe, die demnächst durchstarten will – oder muss.

Imagepflege
Auch wenn sich nicht sofort jemand bewirbt: Wer regelmäßig sichtbar ist, zeigt Engagement – das wirkt langfristig. Gerade bei kleineren oder unbekannteren Betrieben ein echtes Plus.

Azubis einbinden
Die eigenen Auszubildenden als Messe-Team dabei zu haben ist Gold wert. Sie sprechen auf Augenhöhe, kennen die Fragen aus eigener Erfahrung – und sorgen oft für die besten Gespräche.


Die Schattenseite – Was nicht so rund läuft

Aufwand vs. Ergebnis
Mal ehrlich: Der Vorbereitungsaufwand ist hoch. Werbematerialien, Schulungen, Auf- und Abbau, Reisespesen … und am Ende landen vielleicht nur fünf ernsthafte Kontakte im Nachfass-Ordner.

Schwierige Zielgruppe
2017/2018 war ein typisches Messe-Phänomen: Schüler*innen liefen durch, sammelten Kugelschreiber, tranken gratis Wasser – aber führten kaum Gespräche. Viele waren einfach nicht vorbereitet oder interessiert.

Nachbereitung = Schwachstelle
Ganz oft passierte nach der Messe: nichts.
Die Kontakte verschwanden im E-Mail-Postfach, wurden auf einer Excel-Liste geparkt oder gleich ganz vergessen. Damit war der schöne Messeauftritt nur halb so viel wert.


So wird der Messebesuch zum echten Recruiting-Erfolg

Damit der Aufwand sich wirklich lohnt, hier ein paar Tipps für mehr Effizienz und bessere Nachverfolgung – ganz im Sinne der Messen zwischen 2017 und 2018.


🎯 1. Klare Ziele definieren

Was wollt ihr erreichen?

  • 10 echte Bewerber*innen?
  • Praktikant*innen für die Ferienzeit?
  • Aufmerksamkeit für euren (noch unbekannten) Beruf?

Je klarer das Ziel, desto gezielter könnt ihr den Stand und die Gespräche gestalten.


👨‍👩‍👧‍👦 2. Azubis aktiv einbinden

Nehmt eure Auszubildenden mit, lasst sie den Stand mitgestalten, Gespräche führen, vielleicht sogar kurze Vorträge halten.
2018 zeigten viele Messen: Die besten Kontakte entstehen, wenn junge Menschen mit jungen Menschen reden.


📱 3. Kontaktaufnahme erleichtern

Visitenkarten? Broschüren? Alles gut. Aber: Die Schüler*innen 2017/18 hatten fast ausschließlich ihr Smartphone dabei – aber kein Notizheft.

? Tipp: Nutzt einfache Möglichkeiten zum Kontakttausch:

  • QR-Code zur Karriereseite
  • Mobile Bewerbungsformulare (z. B. über AUBI-plus oder hokify)
  • Gewinnspiele gegen Kontaktdaten (z. B. „Gewinne ein Azubi-Startpaket“)

🎥 4. Live-Kontakte dokumentieren

Statt Zettelwirtschaft oder verlorener Gesprächsnotizen:

  • Nutzt vorbereitete Kontaktformulare auf Tablets
  • Oder oldschool: Klemmbrett mit Name, Schulklasse, Interessen – aber sorgt dafür, dass es ausgewertet wird!

Pro-Tipp (aus der Praxis 2018):
Ein Ausbildungsbetrieb hat direkt beim Gespräch ein Selfie mit dem Interessenten gemacht (natürlich mit Einverständnis), gespeichert mit Name + Interessensbereich.
Beim Nachfassen per Mail kam dann:

„Hey Tim, wir hatten uns auf der Messe über die Ausbildung zum Elektroniker unterhalten – erinnerst du dich an unser Selfie?“

Der Rücklauf war grandios.


📞 5. Nachfassen nicht vergessen

Klingt simpel, wird aber oft vergessen: Meldet euch bei euren Messekontakten!

✅ Innerhalb von 3–5 Tagen
✅ Persönlich und direkt (nicht nur Massenmail)
✅ Vielleicht gleich mit Link zur Bewerbung oder Praktikumseinladung

2017/2018 war das große Problem: Die Schüler*innen haben nach der Messe nichts mehr gehört – und hatten nach 2 Wochen schon den nächsten Berufswunsch.


🍬 6. Goodies mit Mehrwert

Klar, Kugelschreiber gehen immer. Aber denkt auch mal um:

  • Powerbanks mit Firmenlogo
  • USB-Sticks mit Infos und Azubi-Video
  • Kleine Notizbücher mit Bewerbungstipps

Etwas, das bleibt – und genutzt wird.


Fazit: Ausbildungsmessen – Ja, aber mit Plan

Zwischen 2017 und 2018 war klar zu spüren: Messen allein reichen nicht mehr.
Wer als Aussteller wirklich was erreichen will, braucht:

– Klare Ziele
Echte Gespräche
Moderne Tools
Konsequentes Nachfassen

Dann kann so ein Messetag mehr bringen als 100 Online-Bewerbungen – nämlich echte Verbindungen mit Menschen, die wirklich Lust auf euren Betrieb haben.


Noch Fragen oder Lust auf eine kleine Checkliste „Messe to go“?
Gib Bescheid – ich schick dir gern was Passendes hinterher!

Foto: Nadia Abregu / Pexels.com

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