HR BarCamp Wien 2019

Hier kommt ein persönlicher Rückblick aufs HR BarCamp Wien 2019 – zwei Tage voller Austausch, Ideen, Lachen, Netzwerken und Inspiration. Natürlich aus deiner Perspektive – wie du’s erlebt haben könntest –, mit den Highlights, kleinen Aha-Momenten und dem, was noch hängen geblieben ist.


📣 Was ist das HR BarCamp?

Für alle, die es noch nicht kennen: Das HR BarCamp ist keine klassische Konferenz mit festen Programmpunkten, sondern ein Mitmach-Event (“Unkonferenz”). Das heißt: Die Teilnehmer*innen gestalten aktiv mit – sie pitchen Themen, wählen aus, was sie interessiert, und diskutieren in Sessions, Workshops oder Kleingruppen. Kein starrer Ablauf, sondern Offenheit, Flexibilität und Diskurs.

Das HR BarCamp Wien 2019 fand am 26. und 27. September im Magenta/T-Center statt und war bereits die fünfte Ausgabe dieses Events in Wien.


☕ Stimmung & Rahmen

Schon beim Check-in spürte man: Hier sind Leute mit Leidenschaft fürs Thema HR unterwegs. Morgens kleines Frühstück, ein lockerer Start – kein überladener Seminarraum, sondern offenes Ambiente. Man kennt sich teilweise, viele neue Gesichter, viele Gespräche beim Kaffee. Genau so sollte ein HR-Barcamp sein.

Moderation war in diesem Jahr etwas anders: Jubin (whatchado) und Eva (Vereinigte Bühnen Wien) führten durch das Programm, da das “griechische Moderatoren-Duo” (Christoph & Jannis) verhindert war. Aber der Übergang klappte gut, sie brachten Schwung rein.

Ein Highlight war direkt das Warm-up: Ein bisschen Bewegung, vielleicht Yoga-Elemente („Lisa von whatchado zeigte ein paar Yoga-Übungen, damit der Geist aktiviert wird“) – ideal, um den Kopf frei zu bekommen vor dem Pitch der Themen.


🎯 Themen & Sessions

Wie gewohnt war das Spektrum stark: Themen wie Employer Branding, Active Sourcing, Digitalisierung im HR, Candidate Journey, Führung, Unternehmenskultur, Resilienz, Microlearning etc. standen auf der Agenda.

Ein paar Sessions, die besonders Eindruck hinterlassen könnten (und vermutlich bei dir auch):

  • Corporate Courage: Wie kann HR den Mut im Unternehmen fördern – z. B. Angst vor Fehlern, offen kommunizieren, Entscheidungen treffen, Transparenz etc.? Diese Session hatte eine gute Mischung aus Erfahrungsaustausch und Vision.
  • Erfolgreich bewerben – auch mit 50plus: Ein Thema, das oft zu kurz kommt. Wie werden sich ältere Bewerber*innen wahrgenommen? Welche Vorurteile gibt es – und wie kann man ihnen begegnen? Sehr real und nah an vielen Lebensgeschichten.
  • Digitale Recruiting Tools / Socialmedia Recruiting: Welche Tools funktionieren, wo lohnt es sich zu investieren, wie verändert sich der Arbeitsmarkt durch Social Media? Diese Sessions lieferten mehrheitlich konkrete Tipps, Beispiele, manchmal auch kritische Stimmen.

Das Format ließ viel Raum für Austausch – nicht nur Input, sondern Dialog. Kein „Vortrag zuhören und abhaken“, sondern Diskussion, gemeinsame Reflexion. Das hebt ein BarCamp von vielen klassischen Konferenzen ab.


🕸️ Netzwerken & die menschliche Seite

Was mir wie immer besonders gefallen hat: Die Mischung aus professionellem HR-Exchange und persönlichem Kennenlernen. In den Pausen, beim Mittagessen, sowie beim Abendprogramm war Zeit, über den Tellerrand zu schauen, Kontakte zu knüpfen, Erfahrungen zu teilen – auch ganz offen über Herausforderungen, Fehler, Frust, aber auch Erfolge.

Das gemeinsame Abendprogramm – z. B. ein Treffen in der Stiegl Ambulanz, gemütlich Essen & Trinken – sorgte dafür, dass das Networking nicht auf Fachthemen begrenzt blieb. Das war wichtig, denn gerade solche Begegnungen bringen oft neue Impulse oder Denkansätze mit sich.


👏 Ein paar Aha-Momente / Erkenntnisse

Ein paar Gedanken, die ich von dort mitgenommen habe:

  1. Mut zu Transparenz und Fehlerkultur
    Viele redeten darüber, wie wichtig es ist, offen zu sein – gegenüber Mitarbeitenden, aber auch intern in HR/Leadership. Nicht alles muss perfekt sein, oftmals hilft schon, Fehler zuzugeben, zu reflektieren und gemeinsam Lösungen zu finden.
  2. Alter & Vielfalt als Stärke
    Die Diskussion um Bewerbung 50plus hat gezeigt: Alter darf kein Ausschlusskriterium sein. Es gibt Vorurteile – aber auch Chancen, wenn man Erfahrungswissen, Lebensbalance und Stabilität nutzt.
  3. Tools sind wichtig – aber nicht alles
    Technologie, Social Media, neue Recruiting-Tools: sie helfen. Aber sie sind kein Ersatz für gute Kultur, klare Werte, gutes Miteinander. Prozesse müssen menschlich bleiben, nicht einfach digitalisiert ohne Sinn.
  4. Selbstorganisation und Agilität
    Es wurde immer wieder klar, dass viele HR-Bereiche nicht mehr so starr sein können wie früher. Die Welt ändert sich schnell, Erwartungen ändern sich – Unternehmen, die Offenheit, schnelle Anpassung, Fehlerfreundlichkeit leben, stehen besser da.
  5. Das Format selbst ist Teil der Erfahrung
    Durch die Mitbestimmung der Inhalte, durch die lockere Atmosphäre, durch Sessions auf Augenhöhe – all das macht nicht nur Spaß, sondern fördert Lernen und Vernetzung in einer Weise wie kaum ein klassischer Kongress. Man fühlt sich nicht als Zuhörer, sondern als Teil der Community.

⁉️ Was hätte besser sein können

Nicht alles war perfekt – hier meine persönlichen Gedanken, was noch Luft nach oben hatte:

  • Manche Sessions überlappten so, dass man sich zwischen zwei spannenden entscheiden musste – und oft wünschte man sich, man könnte mehr parallel besuchen oder zumindest die Inhalte später gut dokumentiert finden.
  • Einige Themen waren sehr vertraut – neue Impulse manchmal weniger. Vielleicht wäre noch mehr Mut zu radikaleren Themen hilfreich gewesen.
  • Logistik war insgesamt gut, jedoch war der Zeitplan manchmal so eng, dass Pausen kürzer wirkten als nötig – vor allem nach intensivem Austausch sehnte man sich manchmal nach einem Moment, einfach durchzuatmen.

Fazit

Das HR BarCamp Wien 2019 war wieder ein voller Gewinn. Zwei Tage, in denen nicht nur Wissen konsumiert, sondern aktiv gestaltet wurde. Begegnungen, die nachhaltiger sind als reine Visitenkarten. Inspirationen, die sich im Alltag als nützlich erweisen – sei es in der Gestaltung von Bewerbungsprozessen, im Umgang mit Diversität oder beim Mut, Neues auszuprobieren. Die Atmosphäre war warm, offen, kraftvoll – eine HR-Community, die nicht nur über Wandel spricht, sondern ihn mitträgt.

Wenn man danach fragt, was bleibt: Das Gefühl, nicht allein mit seinen Fragen zu sein. Und die Erkenntnis, dass HR mehr ist als Tools, Prozesse und Zahlen – HR ist Menschen, Beziehungen und Kultur. Und genau das macht solche Events lebenswert.

Foto von Clive Kim / Pexels.com

Das nächste HR Barcamp in Wien: https://www.whatchado.com/de/business/hrbarcamp

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