Kennt ihr den Anteil eurer Babyboomer im Unternehmen?

Warum jetzt die Ausbildungsquote über Zukunft oder Fachkräftelücke entscheidet

#BABYBOOMERCRASH

Die Babyboomer gehen in Rente und mit ihnen ein gewaltiger Batzen an Wissen, Erfahrung und Routinen, die euer Unternehmen aktuell noch tragen. Was das heißt? Ab 2030 werden Millionen Fachkräfte fehlen. Millionen! Klingt dramatisch, ist es auch.

Die spannende Frage: Wie hoch ist eigentlich der Anteil der Babyboomer bei euch? Wenn ihr das nicht wisst, solltet ihr schleunigst nachschauen. Denn davon hängt ab, wie sehr ihr jetzt in die Ausbildung investieren müsst, um nicht in ein paar Jahren im Fachkräfteloch zu versinken.

Damit ihr gleich ein Gefühl bekommt, was das für eure Strategie bedeutet, schauen wir uns drei Szenarien an.


1. Unter 10% Babyboomer im Unternehmen

🛠️ Kaum Handlungsbedarf – aber nicht zurücklehnen!

Glückwunsch, ihr habt die demografische Kurve schon ganz gut gemeistert. Unter 10% Babyboomer bedeutet: Ein Großteil eurer Belegschaft ist jünger, die Nachfolgeprobleme werden überschaubar sein. Aber Achtung: Das ist kein Freifahrtschein!

  • Ausbildungsquote halten: Auch wenn ihr noch nicht massiv unter Druck steht, müsst ihr euer Ausbildungsniveau stabil halten. Wer jetzt sagt „Wir haben ja keine Probleme“, spart sich zwar kurzfristig etwas, zahlt aber langfristig doppelt drauf.
  • Employer Branding nicht vergessen: Junge Leute entscheiden sich nicht nur für den Beruf, sondern vor allem für den Arbeitgeber. Sichtbarkeit bei Messen, Social Media Präsenz und Azubi-Events sorgen dafür, dass ihr auch in fünf Jahren die passenden Bewerbungen im Postfach habt.
  • Mentoren-System nutzen: Lasst die wenigen Babyboomer, die ihr habt, bewusst als Wissensträger wirken. Sie können in Projekten, Schulungen oder Onboarding-Programmen viel Erfahrung weitergeben, bevor sie in den Ruhestand gehen.

Kurz: Ihr könnt entspannter arbeiten, solltet aber dranbleiben, denn auch eine kleine Lücke kann wehtun, wenn ihr sie zu spät bemerkt.


2. Rund 25% Babyboomer im Unternehmen

📣 Jetzt aktiv werden!

Ein Viertel eurer Belegschaft geht in den nächsten Jahren nach und nach in den Ruhestand. Das ist kein kleiner Aderlass, das ist eine ordentliche Herausforderung.

  • Ausbildungsquote erhöhen: Rechnet mal durch, wie viele Fachkräfte ihr in den nächsten fünf bis zehn Jahren verliert. Daraus lässt sich ganz konkret ableiten, wie viele Azubis ihr jährlich einstellen müsst, um das Wissen und die Kapazitäten zu sichern.
  • Gezielt Azubis gewinnen: Hier reicht es nicht, ein Ausbildungsangebot online zu stellen und zu hoffen. Junge Menschen wollen erleben, was sie erwartet. Praktika, Schülerprojekte, Social Media Einblicke („Ein Tag im Leben eines Azubis bei uns“) – so baut ihr echte Verbindungen auf.
  • Weiterbildung nicht vergessen: Es geht nicht nur um Azubis. Auch Quereinsteiger und junge Fachkräfte, die ihr schon im Haus habt, könnt ihr systematisch aufbauen. Ein kluger Mix aus Ausbildung, Fortbildung und interner Karriereplanung hilft, Lücken zu schließen.
  • Wissen sichern: Entwickelt Prozesse, in denen erfahrene Babyboomer ihr Wissen dokumentieren, weitergeben oder gemeinsam mit Azubis an Projekten arbeiten. Das reduziert das Risiko, dass Know-how einfach verschwindet.

Hier ist klar: Die Uhr tickt. Wer 25% Babyboomer hat, muss spätestens jetzt die Weichen stellen, um in den 2030ern nicht in Schieflage zu geraten.


3. Über 40% Babyboomer im Unternehmen

‼️ Alarmstufe Rot: Jetzt ausbilden. Zukunft sichern.

Fast die Hälfte eurer Leute geht bald in Rente. Da reicht kein „Wir schauen mal, wie es läuft“. Das ist der Moment, in dem ihr entweder massiv in Ausbildung investiert oder euer Unternehmen über Jahre mit Fachkräftemangel kämpft.

  • Ausbildungsquote verdoppeln: Ja, richtig gelesen. Wenn ihr in wenigen Jahren auf einen Schlag 40% eurer Belegschaft verliert, dann müsst ihr heute deutlich mehr Azubis einstellen, als ihr denkt.
  • Frühzeitig binden: Junge Menschen, die ihr ausbildet, solltet ihr auch halten. Das heißt: Perspektiven aufzeigen, Karrierewege im Betrieb sichtbar machen und aktiv kommunizieren: „Bei uns kannst du bleiben und wachsen.“
  • Sichtbarkeit massiv erhöhen: Geht raus, wo die jungen Leute sind: Auf Instagram, TikTok, lokalen Ausbildungsbörsen, Kooperationen mit Schulen. Ihr müsst nicht nur Fachkräfte ausbilden, ihr müsst sie auch zuerst für euch gewinnen.
  • Tandem-Modelle schaffen: Ein Babyboomer + ein Azubi = Wissenstransfer pur. Solche Tandems ermöglichen nicht nur Know-how-Übergabe, sondern auch den Aufbau echter Beziehungen im Unternehmen. Das gibt den Jüngeren Halt und den Älteren Anerkennung.
  • Unternehmenskultur modernisieren: Wenn fast die Hälfte der Mannschaft demnächst geht, ist das auch eine Chance. Ihr könnt Strukturen, Arbeitsweisen und Kultur so weiterentwickeln, dass sie zur neuen Generation passen. Flexible Arbeitszeiten, digitale Tools und offene Kommunikation sind hier Schlüssel.

Klartext: Wenn ihr über 40% Babyboomer habt und jetzt nicht ausbildet, ist das Risiko riesig, dass ihr in ein paar Jahren Aufträge ablehnen müsst, weil euch schlicht die Leute fehlen.


Fazit: Nicht warten – starten!

Egal, ob ihr wenige oder viele Babyboomer im Unternehmen habt – Ausbildung ist kein Nice-to-have, sondern die Lebensversicherung eurer Fachkräftebasis.

  • Unter 10%? Glückwunsch, aber dranbleiben!
  • 25%? Jetzt ist der Moment, aktiv zu werden.
  • Über 40%? Alle Alarmglocken läuten – sofort handeln!

Am Ende ist es simpel: Jetzt ausbilden. Zukunft sichern.
Denn wer heute investiert, hat morgen die Fachkräfte, die andere verzweifelt suchen.


🎯 Frage an euch: Wisst ihr eigentlich, wie hoch der Anteil der Babyboomer in eurem Unternehmen ist?

Foto von Ivan Samkov / Pexels.com

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