Mehr Klartext, bitte! Warum die Ausbildungsvergütung in die Stellenanzeige gehört

Mal ehrlich: Wer sich heute für eine Ausbildung bewirbt, will nicht nur wissen, was er oder sie in den nächsten Jahren lernt – sondern auch, was am Ende des Monats auf dem Konto landet. Klingt logisch, oder? Trotzdem findet man in vielen Stellenanzeigen für Azubis kaum Infos zur Vergütung. Dabei wäre genau das ein echter Pluspunkt – für beide Seiten!

Warum die Ausbildungsvergütung in die Stellenanzeige gehört

In diesem Artikel schauen wir uns an, warum es total sinnvoll (und eigentlich überfällig) ist, die Ausbildungsvergütung direkt in der Stellenanzeige zu nennen. Spoiler: Es hat nichts mit Geldgier zu tun – sondern mit Fairness, Transparenz und Vertrauen.

  1. Weil es Vertrauen schafft
    Bewerberinnen und Bewerber schätzen offene Kommunikation. Wenn die Vergütung klar angegeben wird, signalisiert das, dass das Unternehmen fair, transparent und verlässlich mit seinen Mitarbeitenden umgeht.
  2. Weil es ein Wettbewerbsvorteil ist
    Viele junge Menschen vergleichen Stellenanzeigen schnell und direkt. Eine klare Gehaltsangabe spart ihnen Zeit und hebt das Unternehmen positiv von anderen Arbeitgebern ab, die diese Information nicht bieten. Dieses wird die Anzahl der Bewerbungen spürbar erhöhen, wenn die Ausbildungsvergütung im ersten Ausbildungsjahr über 1.000 EUR liegt (Quelle: AUBI-Analytics, AUBI-plus GmbH).
  3. Weil es unnötige Bewerbungen verhindert
    Bei der Angabe „Attraktiver Vergütung“ oder „Vergütung nach Tarif XY“ müssen sich Interessierte zunächst im Internet auf die Suche nach Informationen begeben. Das kann auf der Bewerberseite zu Frustration oder zum Abbruch des Prozesses führen. Für die Personaler bedeutet dieses unter Umständen einen unnötigen Mehraufwand im Auswahlprozess, da „Attraktive Vergütung“ unterschiedlich interpretiert werden kann. Mit klarer Kommunikation können solche Missverständnisse vermieden werden.
  4. Weil es die Arbeitgebermarke stärkt
    Besonders im Ausbildungsbereich zählt Glaubwürdigkeit. Unternehmen, die offen mit ihren Konditionen umgehen, wirken modern, fair und bewerberorientiert. Das steigert die Attraktivität auch über die Ausbildung hinaus.
  5. Weil Transparenz Professionalität zeigt
    Viele junge Bewerberinnen und Bewerber erwarten heute, dass die wichtigsten Eckdaten – inklusive Vergütung – sofort ersichtlich sind. Wer hier keine Angaben macht, riskiert, dass potenzielle Talente direkt zur Konkurrenz weiterklicken.

Noch ein Bonus-Tipp: Wenn die Ausbildungsvergütung in der Anzeige steht, verbessert das sogar die Sichtbarkeit bei Google Jobs, Indeed und Co. Viele Jobportale nutzen Gehaltsangaben, um die Relevanz einer Anzeige zu bewerten. Je konkreter die Infos, desto besser das Ranking.

Also: Wer seine Azubi-Stelle sichtbar machen will, tut gut daran, auch hier Klartext zu sprechen.

Tipps für die Argumentation gegenüber Geschäftsführung oder Personalleitung

  • Praxisbezug herstellen: „Wir sparen Zeit und Kosten, wenn wir schon in der Anzeige die Vergütung nennen. Dann bewerben sich nur die Kandidaten, die auch wirklich zu uns passen.“
  • Zahlenargument nutzen: „Studien zeigen, dass Stellenanzeigen mit Gehaltsangabe bis zu doppelt so viele Klicks und Bewerbungen erhalten wie Anzeigen ohne.“
  • Image-Aspekt betonen: „Unsere Offenheit hebt uns von vielen anderen Arbeitgebern ab und stärkt unser Bild als modernes und attraktives Ausbildungsunternehmen.“
  • Recruiting-Engpässe adressieren: „Gerade im Azubi-Markt herrscht Fachkräftemangel. Je klarer und ehrlicher wir auftreten, desto eher gewinnen wir die passenden jungen Leute.“

Bild von Pixabay / Pexels.com

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