Digitale Berufsorientierung 2023 – Hilfen für Ausbilder:innen und Berufspädagog:innen

Die Berufsorientierung von Jugendlichen wird immer digitaler – und als Ausbilder:in, Lehrer:in oder Berufsberater:in kann das eine echte Chance sein. Digitale Angebote erleichtern es, Einblicke in verschiedene Berufe zu geben, Tests anzubieten oder Kontakte zu Unternehmen herzustellen, ohne dass jede:r Jugendliche stundenlang persönlich vor Ort sein muss. 2023 gibt es eine ganze Reihe von Tools und Methoden, mit denen wir jungen Menschen dabei helfen können, ihren Weg in Ausbildung oder Studium zu finden.

Warum digitale Berufsorientierung auch für uns sinnvoll ist

Viele Jugendliche bewegen sich ohnehin digital: Social Media, Apps, YouTube und Online-Plattformen sind für sie Alltag. Wenn wir diese Kanäle nutzen, erreichen wir sie dort, wo sie sind. Außerdem sparen digitale Tools Zeit: Statt einzelne Unternehmen persönlich anzufahren oder viele Flyer zu verteilen, können wir Berufsinfos zentral aufbereiten und digital zugänglich machen.

Für uns bedeutet das: Wir können maßgeschneiderte Angebote bereitstellen, gleichzeitig den Überblick behalten und die jungen Leute individuell begleiten. Die digitale Berufsorientierung ergänzt Präsenzveranstaltungen, ersetzt sie aber nicht vollständig.

Digitale Möglichkeiten für Ausbildungspersonal

1. Online-Tests und Interessenchecks

Für uns als Fachkräfte gibt es Plattformen wie AUB-plus.de oder Check-U, die wir gezielt einsetzen können, um Interessen, Stärken und berufliche Neigungen zu ermitteln. Wir können die Ergebnisse analysieren und mit den Jugendlichen besprechen, das spart Zeit und liefert eine solide Grundlage für Beratungsgespräche.

Best Practice: Ergebnisse gemeinsam besprechen und vertiefende Fragen stellen, statt nur die Testergebnisse auszuhändigen.

2. Virtuelle Berufsmessen und Online-Events

Viele Unternehmen bieten inzwischen digitale Messen an. Wir können die Jugendlichen gezielt auf diese Veranstaltungen vorbereiten, Fragen sammeln und im Nachgang eine Reflexion durchführen. So lernen die Jugendlichen nicht nur Berufsbilder kennen, sondern auch den professionellen Umgang mit Online-Events.

Tipp: Gruppen vorbereiten, Rollen verteilen – z. B. wer welche Fragen stellt – um das Event interaktiv und effektiv zu nutzen.

3. Video- und Podcast-Material

Für den Unterricht oder Workshops lassen sich Berufsvideos und Podcasts gezielt einsetzen. Jugendliche bekommen authentische Einblicke in den Arbeitsalltag, wir können Reflexionsfragen einbauen oder kleine Aufgaben dazu stellen.

Best Practice: Videos thematisch einordnen und mit Diskussionsrunden oder Projektaufgaben verknüpfen.

4. Online-Workshops und digitale Praktika

Webinare, virtuelle Praktika oder interaktive Workshops sind ideale Möglichkeiten, um Praxis zu vermitteln, auch wenn ein Besuch im Betrieb gerade nicht möglich ist. Wir können die Teilnehmenden vorbereiten, die Aufgaben begleiten und Feedback geben.

Tipp: Nachbereitung ist entscheidend – kleine Reflexionsaufgaben oder Diskussionen helfen, den Lerntransfer zu sichern.

5. Apps und Gamification

Gamifizierte Berufsorientierungs-Apps bieten wir Jugendlichen als selbstständiges Erkundungsinstrument an. Wir können Ergebnisse auswerten, gezielt Feedback geben und darauf aufbauend persönliche Gespräche führen.

Beispiele: Check-U, Berufe Entdecker – wir können gezielt Einheiten im Unterricht oder in Workshops einplanen.

6. Social Media und Netzwerke professionell nutzen

Unternehmen posten auf Instagram, LinkedIn oder TikTok nicht nur Stellenanzeigen, sondern auch Einblicke in den Arbeitsalltag. Wir können diese Inhalte kuratieren, im Unterricht einbinden und gemeinsam mit Jugendlichen reflektieren. Auch die direkte Kontaktaufnahme zu Mitarbeitenden kann geübt werden – ein wertvolles Skill-Training.

Best Practice: Kommunikation professionell begleiten und Tipps für einen sicheren Umgang geben.

Tipps für die Praxis im Ausbildungskontext

  1. Strukturieren und planen: Digitale Angebote sind vielfältig, wir müssen sie gezielt auswählen und in den Unterricht oder die Beratung einbetten.
  2. Kombinieren: Tests, Videos, Workshops, Apps – die Mischung macht’s und liefert ein ganzheitliches Bild.
  3. Dokumentation: Notizen, Ergebnisse aus Tests und Workshops festhalten, um Jugendliche individuell begleiten zu können.
  4. Reflexion fördern: Digitale Angebote nur konsumieren lassen? Lieber gemeinsam diskutieren, Erfahrungen austauschen und Fragen klären.
  5. Kooperation mit Unternehmen: Digitale Praktika, Webinare oder Messen gemeinsam vorbereiten, Kontakte aktiv nutzen.

Fazit: Digital heißt nicht unpersönlich

Für uns als Ausbildungspersonal bedeutet digitale Berufsorientierung: effizient informieren, individuell begleiten, praktisch unterstützen. Die Jugendlichen können eigenständig Einblicke sammeln, wir sorgen für Struktur, Reflexion und praxisnahe Begleitung. So wird digitale Berufsorientierung 2023 zu einem starken Werkzeug – flexibel, zeitsparend und ergebnisorientiert.

Die Devise lautet: gezielt auswählen, kombinieren, begleiten. Mit den richtigen digitalen Tools können wir junge Menschen optimal auf ihre berufliche Zukunft vorbereiten – ohne den persönlichen Bezug zu verlieren.

Foto von Anna Shvets / Pexels.com

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