Im vorherigen Artikel wurden Trends im Ausbildungsmarketing mit KI aufgezeigt. Hier gab es den Punkt „KI erstellt Ausbildungsanzeigen und spart Zeit. Dieses hilft vor allem kleinen und mittelstänidischen Unternehmen.“
Ist das wirklich so? Ein Praxistest.
Der Handwerker um die Ecke, bei Google gut auffindbar, sucht einen Azubi als Anlagenmechaniker und denkt sich: Mit der KI geht das schnell, dann habe ich das erledigt und kann gleich zum Kundentermin.
Und das kommt heraus:
ChatGPT
Soll es schnell gehen oder gut werden?
Der Prompt ist schnell erstellt. Ebenfalls ein passendes Bild. Die Struktur sieht gut aus: Überschrift, Teaser, Aufgaben, Anforderungen und „Wir bieten“. Super!
Beim näherem Hinschauen kommen bereits erste Fragen.
- Wo sind denn die Bewerbungsmöglichkeiten?
- Warum ist die Adresse nicht vorhanden, steht doch im Internet?
- Kontakt für Rückfragen als symphatischer Abschluss? Fehlanzeige.
Gehen wir tiefer ins Detail, denn der Handwerker muss bereits zum Termin.
- Ein Ausbildungsbeginn würde helfen: 01.08., 01.09., 2026, 2027?
- Titel „Ausbildungsanzeige“ klingt sehr nach: Die Anzeige musste noch raus!
- Der Teaser gibt nur die Anforderungen des Betriebes wieder. Damit entfache ich kein Feuer! Wie man Feuer entfacht liest du hier.
- In welcher Stadt war die Ausbildung? Kirchlengern. Hätte man bei 4-mal fast überlesen.
- Das bringst du mit: Viele Buzzwords, jedoch finden wir das in vielen Stellenanzeigen.
- Das bieten wir: Ebenfalls viele Buzzwords, keine konkrete Vorteile – woher soll KI das auch wissen.
- Einen Platzhalter für die Ausbildungsvergütung? Fehlanzeige
- Konkrete Zukunftsperspektiven oder interessante Facts fehlen ebenfalls.
Fazit
Es ist klar: Ich benötige mehr Zeit und muss wissen, was ich biete. Das kann keine KI. Und wenn ich mir ein paar ähnliche Stellenanzeigen von (größeren) Mitbewerbern zu Rate ziehe, komme nicht nur schneller zu den Gedanken, was ich selbst zu bieten haben. Ich sehe auch Umsetzungen und Ergänzungen, die mich inspirieren: Ob nun für die Erstellung der Ausbildungsanzeige oder auch für meine Optimierung meiner Ausbildung.
Sollte ich dem aktuellen Azubi doch die Weiterbildung zum Techniker ermöglichen? Das könnte ich als Benefit aufführen.
Vielleicht wäre auch ein ausführliches Feedbackgespräch pro Quartal eine gute Idee. Das habe ich nun so oft gelesen.
Foto: KI

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