Internationale Azubis/Lehrlinge gesucht

In den letzten Wochen hatte ich mehrere Berührungspunkte mit Lehr- und Ausbildungsbetrieben, die derzeit Lehrlinge aus deutschsprachigen Nachbarländern beschäftigen. Zugegeben, die Anziehungskraft dieser Unternehmen ist recht groß aber warum ist das so und können mittelständische Betriebe so etwas auch meistern?

Ein großer Lehrbetrieb aus Vorarlberg beschäftigt regelmäßig deutsche Azubis. Man möge denken, das ist ja deutsches Grenzgebiet. Weit gefehlt, denn die Jugendlichen kommen aus dem Ruhrgebiet, Rheinland, Westfalen und Sachsen. Es hat also weder mit dem Osten Deutschlands zu tun, wo viele Jugendliche angeblich keine Perspektive sehen. Nein, dieses Unternehmen hat die Jugendlichen einfach begeistert und so nehmen die Bewerber, ohne zu fragen wie viel Fahrkosten sie erstattet bekommen, die Fahrt zum Schnuppertag auf sich und meistern den Einstellungstest. Sie werden herzlich aufgenommen und es wird sogar für eine Unterkunft gesorgt.

Schön, jetzt klauen die Österreicher den Deutschen die Azubis!
Nein, warum sehen Sie das nun negativ?
Zwei Tage später bin ich bei einem heimischen Betrieb zum Beratungsgespräch. Beiläufig erwähne ich unsere Internationalisierung und spreche von meinem Telefonat mit dem Lehrbetrieb aus Österreich.
Dazu sagt der deutsche Ausbildungsleiter ganz trocken: „Wir haben auch gerade einen Azubi aus Österreich eingestellt.
Glückwunsch! Weiter so, denn …

WIR SIND EUROPA – Mittendrin in der Internationalisierung
Die Zeiten, Azubis in der nächsten Straße zu finden, sind vorbei. Wir müssen flexibler sein und niemand sollte jammern, wenn er eine gute Bewerbung bekommt, die außerhalb seiner 50km-Grenze liegt. Schaffen wir Lösungen, damit es funktioniert!

  • Unterbringung in WG, Wohnheimen oder wie in Österreich auch bei Gastfamilien. Hallo Kulturaustausch!
  • Unterstützung durch Bahncard – Ja, die ist bis 26 Jahren noch günstiger!
  • Flexible Arbeitszeiten für Anhäufung von Urlaubstagen, verlängertes Wochenende
  • Interrail-Ticket: EU-Kommission will kostenlose Zugtickets für Jugendliche SUPER!
  • Azubis aus anderen Regionen eine sichere Heimat in der Firma geben
  • Lehrlinge aus Ländern, die kein deutsch sprechen? Es gibt mittlerweile hunderte von Projekten, die dabei unterstützen, z.B. Azubi International, Ems-Achse in der Region Weser-Ems.

WAS HABEN WIR DAVON?

  • Teambuilding, Förderung der Kommunikation unter den Azubis (Oder wären Sie nicht neugierig?)
  • Neue Ideen
  • Neue Kultur
  • Engagierte Fachkräfte, die sogar bleiben
  • Vielleicht auch einen Azubi-Ausflug (bei einer kleinen Gruppe) in die Region des internationalen Azubis
  • Eine künftige Fachkraft, die Sie für einen Standort im Ausland benötigen – falls der Lehrling später zurück in die Heimat möchte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich akzeptiere